From the hearts to the hearts

Die Karawanne zieht weiter
Die Karawanne zieht weiter
Treffen mit offiziellen Vertretern in My Tho (Provinz Tien Ciang)
Treffen mit offiziellen Vertretern in My Tho (Provinz Tien Ciang)

19. Februar 2010

Xin Chao liebe Leser,
jetzt gehts weiter...
Alles Gute, Reda


Am Freitag dem 19.02. machten wir uns auf den Weg in die Provinz Tien Ciang um wie schon im letzten Bericht erwähnt, Familien mit herzkranken Kindern zu besuchen und heraus zu finden unter welchen Bedingungen Sie leben.

Das Team von Claus Ruff (Stiftung Wirtschaft hilft Hungernden) besteht aus dem Fahrer Tai Nguyen, Vu Quy Phuong, Madame Thi Hong, Bruder Jerome Man und seiner Nichte Lien Man.
Dieses Team gewährleistet u.a. die kontinuierliche Begleitung und Betreung der zu behandelnden Kinder.

Sie stehen z.B. in Kontakt mit den zuständigen Behörden der jeweiligen Provinz, organisieren oder gewährleisten den Transport der Kinder zur Voruntersuchung und zur Operation, führen die Kommunikation mit der Klinik für die Patienten, koordinieren die OP Termine und leisten die Zahlungen ans Krankenhaus. Ebenso besuchen Sie die Kinder vor und nach der OP.
Teil Ihrer Arbeit ist es auch im Haus von Lien Menschen zu empfangen, die von dem Projekt "From the hearts to the hearts" gehört haben und sich nun erhoffen dort Hilfe zu finden. Oft kommt es vor, dass vor Operationsterminen Familien in Liens Haus übernachten, da Ihnen die Mittel oder Kontakte in Saigon fehlen. Desweiteren leisten Sie die Administration der diversen Projekte vor Ort.
Zusätzlich begleitet uns noch Bui Quoi Toan als Fotograf.

Doch nun nach Tien Ciang.
In der Provinz Hauptstadt My Tho trafen wir mit Vertretern des Gesundheits und Sozialwesens der Provinzverwaltung zusammen. Nach formeller Begrüßung und Besprechung des Fahrplans wurden wir zum Abendessen eingeladen.

Am nächsten Morgen ging es dann mit den Vertretern der Verwaltung ins Mekong Delta, wo wir in verschiedenen Dörfern und Siedlungen 9 Familien aufsuchten.

Die erste Familien leben teilweise in Gebieten, welche mit dem Wagen nicht erreichbar sind. Daher wurden in einem Dorf Motorroller mit Fahrern zur Verfügung gestellt, die uns über schmale Pfade nach einigen Kilometern ans Ziel brachten.
Außerdem bekamen wir noch Begleitung von Vertretern der Gemeindeverwaltung und es gesellte sich noch ein regionaler Fernsehsender mit einem Kamerateam zu uns, so dass wir zu einer regelrechten Menschenmenge anwuchsen. Glücklicherweise hatten einige Vertreter der Administrative nach ein paar Familienbesuchen andere dringende Termine.

Was wir bei den verschiedenen Familien vorfanden war immer bewegend,oft erschreckend und manchmal unfassbar. Mich hat in jeder Familie die Hoffnung auf Heilung des Kindes und die Bereitschaft alles dafür zu tun bewegt.
Es hat mich erschreckt zu sehen unter welchen Bedingungen viele der von uns besuchten Familien leben und in welchen körperlichen/seelischem Zustand häufig die Kinder (die Babys) und Eltern sind.
Für mich war es unfassbar den zweijährigen Vo Hoai Bao zu sehen der neben einer Herzproblematik, einer geistigen Retardierung wohl noch unter einem Hodentumor leidet, ebenso war es schwer zu akzeptieren den dreizehnjährigen Nguyen Thanh Danh zu treffen der außer einem kranken Herzen, einen diagnostizierten Bauchspeicheldrüsentumor und eine vergrößerte Leber hat und maximal 20 kg wiegt.
Unglaublich war jedoch für mich zu sehen, mit welchem pestizidverseuchtem Wasser ein junges Ehepaar sich und ihren dreizehn Monate alten Sohn Nguyen Tan Bao versorgt, und Sie niemand ausreichend über die Folgen aufklärt.

Ich muß mich bremsen sonst werde ich zum Haßprediger gegen  Konzerne, Globalisierung und politische Systeme. Trotz all dieser Furchtbarkeiten gab es wunderbare Momente. Wir waren bei der Familie der vier Jahre alten Huynh Thi Diem My, die im Jahre 2008 schon einmal u.a. von Carmen Knoebel und meiner Tochter Lola besucht wurde. Damals war man der Meinung das Kind sei noch zu klein und zu schwach für eine OP. Als die Familie dann bei unserem Besuch das OK bekam und beschlossen wurde das "Haus" durch ein Neues zu ersetzen, um die Nachhaltigkeit der Gesundheit des Kindes zu gewährleisten, ging die Sonne auf.

Von neun Familien konnten sieben eine komplett Übernahme der Operations und Nebenkosten ermöglicht werden. Bei zwei Familien kann von einer wirklichen Bedürftigkeit nach vietnamesischen Verhältnissen nicht ausgegangen werden, auch ist der Zustand der Kinder stabil , so daß Sie Zeit haben eine Eigenleistung zu erbringen und dann wird Ihnen ggf. weitergeholfen.

Ich melde mich wieder!
Reda El Scherif

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